
28.04.2026 | Neue VDI 2700 Blatt 18: Sicherer Transport von Schüttgütern in flexiblen Verpackungen
Mit der Veröffentlichung der VDI 2700 Blatt 18 im April 2026 liegt erstmals ein eigenständiger, praxisorientierter Leitfaden zur Ladungssicherung von Schüttgütern in flexiblen Verpackungen wie Säcken und FIBC (Big Bags) vor. Die Richtlinie schließt damit eine bislang bestehende Lücke: Für diesen besonders anspruchsvollen Anwendungsfall wird erstmals ein klar definierter Stand der Technik beschrieben. Anhand praxisnaher Beispiele zeigt die VDI 2700 Blatt 18 auf, wie geeignete Ladungssicherungsverfahren beurteilt, ausgewählt und umgesetzt werden können. Sie dient damit Verladern und Transporteuren als belastbare Orientierungshilfe für die tägliche Praxis.
Warum Schüttgüter besondere Anforderungen stellen
Schüttgüter wie Sand, Kies, Granulate oder Getreide unterscheiden sich grundlegend von starren Ladeeinheiten. Während des Transports kann sich ihr Verhalten verändern:
- Setz- und Fließbewegungen innerhalb der Verpackung
- Nachgeben der Verpackung unter Eigengewicht
- Verformung der Ladeeinheit
- Seitliche Schwerpunktverlagerungen
Diese Effekte treten besonders bei hoch bauenden oder freistehenden Einheiten auf und erhöhen die Kipp- und Rutschgefahr deutlich. Flexible Verpackungen sind konstruktionsbedingt nicht formstabil. Klassische Sicherungsmethoden wie reines Niederzurren eignen sich daher in der Regel nicht als alleiniges Sicherungsmittel, sondern nur ergänzend zu formschlüssigen Maßnahmen oder zum Direktzurren. Beim Setzen der Ladung lässt die Gurtvorspannung nach. Dadurch sinkt die wirksame Niederzurrkraft und die Sicherungswirkung nimmt ab.
Genau an diesem Punkt setzt die neue VDI 2700 Blatt 18 an.
Kernaussagen der neuen Richtlinie
Die VDI 2700 Blatt 18 beschreibt, wie sich die Ladung während der Fahrt verhält, welche Sicherungsprinzipien für Schüttgüter in flexiblen Verpackungen geeignet sind und unter welchen Voraussetzungen sie wirksam eingesetzt werden können. Im Fokus stehen insbesondere:
- Formschlüssige Sicherung (Direktverzurrung/Sperrsysteme) durch geeignete Begrenzungen
- Ladungsunterteilung, um Bewegungsräume zu minimieren
- Bewertung von stapelbaren und nicht stapelbaren Verpackungen
- Auswirkungen von Setzverhalten und Schwerpunktverlagerung
- Anforderungen an Umverpackungen, Ladehilfsmittel und Sicherungssysteme
Die Richtlinie orientiert sich nicht nur an realen Transportbedingungen, sondern berücksichtigt auch Erkenntnisse aus Fahrversuchen. Damit übersetzt sie theoretische Anforderungen in praktisch umsetzbare Maßnahmen.
Bedeutung für Verlader, Versender und Fahrzeugführer
Die neue VDI‑Richtlinie bietet eine belastbare Grundlage für:
- Rechtssichere Ladungssicherung
- Reduzierung von Transportschäden und Haftungsrisiken
- Einheitliche Bewertung von Sicherungskonzepten
- Schulung und Sensibilisierung von Beteiligten entlang der Transportkette
Wer Schüttgüter in flexiblen Verpackungen transportiert, sollte die VDI 2700 Blatt 18 künftig als maßgeblichen Referenzrahmen heranziehen.
Unterstützung bei der praktischen Umsetzung
Die Umsetzung der Richtlinie erfordert eine passende Sicherungsstrategie und geeignete Produkte. Wir unterstützen dabei mit technischer Beratung sowie praxisbewährten Lösungen wie
- dem Sicherungssystem DoUniFlex
- Zurr‑ und Sicherungsnetzen für formschlüssige Konzepte
- Sperrbalken oder textilen Sperrstangen
- Antirutschmatten
Bleib auf dem Laufenden über unsere Aktivitäten und Events, indem du unseren Blog regelmäßig besuchst. Wir freuen uns auf viele weitere gemeinsame Erlebnisse!

Kommentare (0)
Die mit einem Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.