Deine Fragen zu Antirutschmatten beantwortet.
Antirutschmatten sind ein zentrales Element der professionellen Ladungssicherung im Transport. Sie erhöhen die Reibung zwischen Ladefläche und Ladung deutlich und tragen dazu bei, Zurrkräfte und Zurrmittel effizient zu reduzieren. Richtig eingesetzt verbessern sie die Transportsicherheit auf Lkw, Transportern und Anhängern erheblich.
Inhaltsverzeichnis.
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- Grundwissen & Funktion
- Ist eine Antirutschmatte ein Ladungssicherungsmittel?
- Welchen Zweck hat eine Antirutschmatte nach VDI 2700 Blatt 14/15?
- Wie wirken sich Antirutschmatten auf die Reibungskraft aus?
- Was kann man als rutschfeste Unterlage verwenden?
- Kosten
- Regeln & Normen
- Material & Qualität
- Welche Materialien werden verwendet?
- Eigenschaften beschichteter Schaum‑Antirutschmatten
- Warum sind Eindrückverhalten und Verformung wichtig?
- Zug- und Scherfestigkeit
- Abmessungen & Einsatz
- Wie groß und dick sollte eine Antirutschmatte sein?
- Was muss bei der Einsatztemperatur beachtet werden?
- Wie müssen Antirutschmatten angewendet werden?
- Wie wirken einseitige Belastungen?
- Was passiert bei falscher Mattenwahl oder Überlastung?
- Reibung & Zurrkräfte
- Welche Reibwerte sind realistisch?
- Wie beeinflusst Reibung die Anzahl benötigter Zurrmittel?
- Warum benötigen glatte Ladeflächen mehr Zurrmittel?
- Wie unterscheiden sich Reibwerte verschiedener Unterlagen?
- Reinigung & Pflege
- Kann man Antirutschmatten mit jedem Mittel reinigen?
- Wie halte ich Antirutschmatten in gutem Zustand?
- Ablegereife / Schadensbilder
Kosten
Wie viel kostet eine Antirutschmatten-Rolle?
Die Preise einer Rolle Antirutschmatte oder eines Zuschnitts variieren je nach Dicke, Material und Länge. Meterware ist meist günstiger als mehrere Einzelzuschnitte.
Regeln & Normen
Wann sind Antirutschmatten Pflicht?
Eine generelle gesetzliche Pflicht gibt es nicht. In der Praxis sind sie jedoch immer zu empfehlen, da sie die Sicherheit des Transportes erhöhen.
Welche Regelwerke gelten für Antirutschmatten?
Für Antirutschmatten gibt es keine Normvorgabe. Richtlinien wie die VDI 2700 bilden den „Stand der Technik“ und werden damit für rechtliche Bewertungen hinsichtlich ausreichender Ladungssicherung herangezogen. In der VDI 2700 Blatt 14 (Gleitreibbeiwert) und Blatt 15 (rutschhemmende Materialien) werden Antirutschmatten genau definiert.
Material & Qualität
Welche Materialien werden für Granulat-Antirutschmatten verwendet?
Meist vulkanisierte Kautschukmischungen, verdichtet mit PU‑Bindemittel.
Je weniger Hohlräume, desto höher die Qualität (Vollgummi).
Welche Eigenschaften haben beschichtete Schaum‑Antirutschmatten?
- Geprüfte Reibwerte (z. B. μ = 0,7-0,8)
- Mehrfach verwendbar
- Teilweise recycelbar
- Oft DEKRA‑geprüft
Warum sind Eindrückverhalten und Verformung wichtig?
Zu stark verformbare Matten (hoher Hohlraumanteil) verlieren bei entsprechend schwerer Ladung an Reibwirkung. Eine Verformung > 30 % ist kritisch, da hier Beschädigungen in Form von Eindruckflächen entstehen. Leichte (elastische) Verformungen können laut VDI 2700 Blatt14/15 sogar positive Auswirkungen auf die Ladungssicherung haben. Die entstehende Mulde kann zusätzlich zum Reibfaktor verhindern, dass die Ladung verrutscht. Die Festigkeit der Antirutschmatte ist also ein wichtiger Qualitätsfaktor.
Welche Anforderungen gelten für Zug‑ und Scherfestigkeit?
Bei schweren oder kippenden Lasten entstehen hohe Scherkräfte.
Unsere hochwertigen Antirutschmatten DoMatt erreichen ca. 0,6 N/mm² Zug-/Scherfestigkeit und ≥ 60 % Reißdehnung.
Abmessungen & Einsatz
Wie groß und dick sollte eine Antirutschmatte sein?
Es gibt kein Standardmaß – entscheidend ist:
- Die Matte muss alle Aufstandsflächen abdecken.
- Zuschnitte oder Streifen sind ausreichend, wenn sie die Tragpunkte/Aufstandsflächen (z. B. einer Europalette) abdecken.
- Für schwere Lasten: mindestens 8 mm Dicke, da bleibende Verformungen entstehen können, wenn Matten sich mehr als 30 % zusammendrücken. Als Orientierung kann die max. Flächenlast dienen, also wie viel Gewicht pro Fläche höchstens auf die Antirutschmatte gebracht werden sollte (abhängig von Material und Dicke). Diese ist bei Dolezych-Matten in der jeweiligen Produktbeschreibung angegeben.
Was muss bei der Einsatztemperatur von Antirutschmatten beachtet werden?
Für den zuverlässigen Einsatz ist auch die Temperaturbeständigkeit entscheidend. Sie variiert je nach Produkt. Damit die Materialeigenschaften und Reibbeiwerte auch bei Kälte oder Hitze stabil bleiben (vorausgesetzt, die Matten sind sauber, trocken und unbeschädigt), muss also die Temperaturbeständigkeit vor dem Einsatz überprüft werden.
Wie müssen Antirutschmatten auf Lkw, Anhänger, Transporter und Co. angewendet werden?
- Tragpunkte/Aufstandsflächen der Ladung müssen vollständig auf der Matte stehen bzw. die Ladung darf nicht auch noch den Boden berühren, damit der Reibbeiwert auf die gesamte Last anwendbar ist.
- Matten dürfen sich nicht überlappen. Es dürfen keine Unebenheiten entstehen. Diese würden eine ungleichmäßige Belastung bewirken.
- Untergrund muss trocken und sauber sein: Eis, Fett, Öl, Sand, Splitt oder Staub von Ladefläche und Matte entfernen
Wie wirken einseitige Belastungen oder Kippbewegungen?
Sie erzeugen hohe Scherkräfte. Minderwertige Matten können sich dann zerreiben oder auflösen. Unsere qualitativ hochwertigen Matten halten diesen Belastungen deutlich besser stand.
Was passiert bei falscher Mattenwahl oder Überlastung?
- Matte verformt sich dauerhaft (elastische Verformungen sind gewollt, siehe Abschnitt Warum sind Eindrückverhalten und Verformung wichtig?)
- Material reißt oder zerbröselt
- Reibwert sinkt
- Die gesamte Ladungssicherung ist gefährdet
Reibung & Zurrkräfte
Welche Reibwerte sind realistisch erreichbar?
Praxiswerte liegen normalerweise zwischen μ = 0,5 und 0,65. Höher angegebene Reibbeiwerte können oft nur unter Laborbedingungen erreicht werden, sind für die Praxis also nicht realistisch.
Wie beeinflusst die Reibung die benötigte Anzahl Zurrmittel?
Je geringer die Reibung, desto mehr Zurrmittel werden gebraucht.
Höhere Reibwerte reduzieren die für eine ordnungsgemäße Ladungssicherung benötigte Zurrkraft und damit die erforderlichen Zurrmittel.
Warum benötigen glatte Ladeflächen ohne Antirutschmatten so viele Zurrmittel?
Weil der Reibwert dort gering ist (z. B. μ = 0,2), rutscht die Ladung schneller und muss daher deutlich stärker gesichert werden.
Wie unterscheiden sich Reibwerte verschiedener Unterlagen?
- Ohne Matte: sehr niedriger Reibwert → hoher Sicherungsaufwand
- Antirutschmatten mit geringem Reibbeiwert: mittelmäßige Reibung → leicht reduzierter Sicherungsaufwand
- Geprüfte Antirutschmatte: μ ≈ 0,6 → deutliche Reduktion der Zurrmittel
Reinigung & Pflege
Kann man DoMatt‑Antirutschmatten mit jedem Desinfektionsmittel oder mit Spülmittel reinigen?
Nein. Eine Reinigung mit Desinfektionsmitteln oder mit Spülmittel ist nicht möglich. Der Verbundkleber kann sich lösen, wodurch Stabilität und Rutschfestigkeit verloren gehen oder es kann ein rutschiger Schmierfilm entstehen. Die Matte darf ausschließlich mit klarem Wasser gereinigt werden.
Wie halte ich Antirutschmatten in gutem Zustand?
- Regelmäßig mit klarem Wasser reinigen. Reinigungsmittel dürfen zum Sauberhalten nicht eingesetzt werden. Sie können chemisch mit dem Material der Antirutschmatte reagieren oder den Reibbeiwert durch Hinterlassen eines Schmierfilms sogar verringern.
- Trocken lagern
- Nach jedem Einsatz auf Beschädigungen prüfen
- Beschädigte Matten sofort aussortieren
- Kontaktflächen sauber halten (Schmutz, Fett, Eis o. Ä. entfernen)
Ablegereife / Schadensbilder
Wann dürfen Antirutschmatten nicht mehr verwendet werden?
Bei:
- Bleibenden Verformungen bzw. Druckstellen
- Rissen oder offenen Stellen
- Materialablösungen bzw. Verschleiß
- Schäden am Kontaktbereich
- Funktionsbeeinträchtigender Verschmutzung oder Öl
- Nachlassender Reibwirkung
- Starker Alterung (z. B. Versprödung)
- Chemischen Beschädigungen bzw. Schäden aufgrund von Kontakt mit aggressiven Stoffen